Wie man Terrorismus mit Terroristen bekämpft (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt online, 23.04.2008

Terrorismus entsteht durch Unwissenheit, lautet eine These. Und gegen Unwissenheit kann man vorgehen. Einige Länder versuchen deshalb, militante Islamisten in Gefängnissen zu resozialisieren – durch Ex-Terroristen. Bleibt die Frage: Haben sie dem Terror abgeschworen? Oder sich nur aus der Haft gelogen?

Die Gefängnisse in Saudi-Arabien, Ägypten, dem Jemen und anderen islamischen Ländern sind übervoll mit militanten Islamisten. Durch das Wegsperren der Extremisten ist jedoch nicht mehr Sicherheit entstanden. Sattdessen haben sich viele Gefängnisse selbst zu Brutstätten des Terrorismus entwickelt. Mittlerweile versuchen die Regierungen, aus der Not eine Tugend zu machen: Der Terrorismus soll in den Gefängnissen mit der Hilfe von Ex-Terroristen bekämpft werden.
In Ägypten etwa hat einer der Paten des militanten Islamismus, Sayyid Imam Abd al-Aziz Imam al-Sharif, auch „Dr. Fadl“ genannt, während seiner Haftzeit dem Terrorismus abgeschworen. Dr. Fadl, Gründer und ehemaliger Anführer der Terrororganisation „Islamischer Dschihad“ wirft heute sogar Osama Bin Laden Missbrauch des Korans und Mord an Unschuldigen vor und fordert, in vor ein Scharia Gericht zu stellen. (more…)

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Warum Islamunterricht vor Terrorismus schützt (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt online, 16.04.2005

Viele Bürger stehen dem Islamunterricht an deutschen Schulen skeptisch gegenüber. Sie fürchten, dass junge Muslime dabei radikalisiert werden. Doch eine Studie beweist: Das Gegenteil ist der Fall. Gerade wer jung an den Islam herangeführt wird, fällt nicht so leicht auf Hassprediger herein.

Die Debatte um islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland hat nach den Beschlüssen der Islamkonferenz im März wieder an Fahrt gewonnen. Während sich viele davon einen wichtigen Beitrag zur Integration von Muslimen versprechen, löst bei anderen mehr Islam - hier als Unterrichtsfach - auch mehr Ängste aus.
Das Für und Wider des Islamunterrichts wird dabei zwar hauptsächlich aus allgemeiner bildungs- oder integrationspolitischer Perspektive diskutiert.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sprach im März aber auch davon, dass mit dem islamischen Schulunterricht den Hasspredigern Konkurrenz gemacht werden solle. Damit nicht genug. Ein aktueller Beitrag aus der Terrorismusforschung kommt sogar zum Schluss, dass Islamunterricht vor Terrorismus schützen kann. (more…)

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Al-Qaida-Vize al-Sawahiri attackiert den Iran (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt Online, 09.04.2004

Es war eine einzigartige PR-Aktion der al-Qaida. Nach dem Motto “Sie fragen, Dr. Terror antwortet” forderte die Organisation im Dezember Anhänger und Kritiker auf, Fragen zu stellen. 2000 Anfragen gingen ein. Jetzt antwortete Al-Qaida-Vize Aiman al-Sawahiri – und nutzte die Aktion zur gnadenlosen Abrechnung.

Es war ein Schritt ohne Gleichen: Im Dezember letzten Jahres forderte Aiman al-Sawahiri Anhänger und Kritiker von al-Qaida auf, schriftlich Fragen zu stellen. Angeblich kamen etwa zweitausend Auskunftsbegehren zur Strategie, zur Lage des Dschihad und zum ersehnten Sieg über die “Kreuzfahrer und ihre Agenten” zusammen.

In der vergangenen Woche beantwortete al-Sawahiri nun die erste Tranche. Was zunächst aussieht wie ein weiterer Propagandatrick nach dem Modell: “Sie fragen, Dr. Terror antwortet” ist nicht weniger als eine gnadenlose Generalabrechnung mit Gegnern und Konkurrenten. (more…)

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Der Islam braucht unsere Hilfe für Reformen (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt, 02.04.2008

Viele Kritiker des Islam bemängeln, die Religion entwickle sich seit Jahrhunderten nicht weiter. Dabei gab es einst – vor gut 1000 Jahren – eine Bewegung der islamischen Aufklärung. Diese Zeit ist vorbei. Gelehrte, die eine Modernisierung des Islam propagieren, brauchen deshalb dringend Unterstützung.

Viele Kritiker des Islam beklagen dessen fehlende Reformfähigkeit. Der prominenteste Vertreter der These, der Islam sei im Mittelalter stecken geblieben, ist Papst Benedikt XVI. Dieser soll im Jahre 2005 noch als Kardinal gesagt haben, er versteht den Koran als „etwas vom Himmel Gefallenes, das nicht angepasst oder auf moderne Verhältnisse angewendet werden kann”.

Im September 2006 dann zitierte der Papst bei einer Vorlesung an der Regensburger Universität den byzantinischen Kaiser Manuel II., der sagte, dass Mohammed nur Schlechtes und Inhumanes gebracht habe. Ein Aufschrei ging damals durch die islamische Welt, und seitdem befindet sich Gottes Stellvertreter auf Erden im Dialog mit islamischen Geistlichen aus aller Welt. (more…)

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Al-Qaida setzt sich selbst unter Druck (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt 26. März 2008

Al-Qaida-Chef Osama bin Laden hat Muslime zu Terroranschlägen in Europa aufgerufen. Damit hat er sich vor allem selbst ein Ultimatum gesetzt: Sollte es in diesem Jahr keine al-Qaida zuordenbaren Terroranschläge in Europa oder den USA geben, ist ihre Reputation als globale Terrororganisation dahin.

Nun hat auch Osama bin Laden angekündigt, wegen der Mohammedkarikaturen Anschläge in Europa zu verüben. Mit dieser Drohung ist er spät dran: Zwar hatte al-Qaida schon mehrfach zur Ermordung der dänischen und schwedischen Künstler aufgerufen, die den Propheten gezeichnet hatten. In besonderer Erinnerung ist dabei geblieben, dass für den Tod des Schweden Lars Vilks 100.000 Dollar Belohnung bezahlt werden sollten – falls dieser aber wie ein Lamm geschächtet würde, werde die Summe auf 150.000 Dollar erhöht.
Aber beim Versuch, massenhaft Angst und Schrecken vor terroristischen Anschlägen aufgrund westlicher Kunst- und Meinungsfreiheit zu verbreiten, kam ihm die libanesische Hisbollah zuvor. (more…)

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The challenge of radical Islam in Europe

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Hamas radikalisiert Kinder mit Hass-Hasen (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt, 19.03.2008

Über den Fernsehsender al-Aksa TV verbreitet die Hamas ihren Hass gegen Juden und Israel. Der Sender ist auch in Deutschland zu empfangen. Viele Sendungen richten sich gezielt an Kinder, immer wieder wird dabei zu Attentaten und Mord aufgerufen. Aktueller Protagonist der Propaganda ist der Hase Assud.

„In Gaza findet ein echter Holocaust statt“, sagte Dr. Walid Al-Rashudi vor drei Wochen dem Fernsehsender al-Aksa TV der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Der Leiter des Fachbereichs Islamische Studien an der King Saud University in Saudi-Arabien belehrte die Zuschauer zudem, dass „ein Holocaust nicht das Verbrennen von 50 bis 60 Juden in Deutschland oder der Schweiz“ sei, obwohl „die Juden dies weiterhin Holocaust nennen“. Und er fügt hinzu: „Bei Allah, wir werden nicht einmal zufrieden sein, wenn alle Juden getötet worden sind.“

Al-Aksa TV wird auch in Deutschland empfangen und trägt wie der Brudersender al-Manar TV der libanesischen Hisbollah zur Radikalisierung von Muslimen in Deutschland bei. Hass, Aufrufe zum Mord, Verschwörungstheorien und antiwestliche Propaganda kommen als tägliche Dosis aus dem Gazastreifen nach Berlin, Hamburg oder Neu-Ulm. Besonders frappierend sind die vielen TV-Shows, die sich auf die Manipulation von Kleinkindern konzentrieren. Sprechende Plüschtiere, wie die zu weltweiter Prominenz gelangte Farfour, eine Nachahmung von Micky Maus, indoktrinieren schon Dreijährige mit Hass und dem Wunsch, ihr Leben für Allah zu opfern. (more…)

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Bei al-Qaida gibt es Dschihad für jedermann (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt, 12.03.2008

Erst bestand al-Qaida vor allem aus Kämpfern gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan, dann kam die muslimische Elite, heute ist sie eine Bewegung für jeden, der nach Geltung strebt, wütend ist oder sich langweilt. Das macht die Terrororganisation zwar weniger gefährlich, aber auch schwerer zu bekämpfen.

Die Bedrohung durch al-Qaida hat sich seit dem 11. September 2001 massiv gewandelt. Die stattgefundene Transformation von der “Terrororganisation” al-Qaida zur “Bewegung” al-Qaida hat unmittelbare Konsequenzen für Erfolg oder Scheitern der Gegenstrategie.
Während sich die erste Generation von Osama bin Ladens „Heiligen Kriegern“ Ende der 80er Jahre aus den Veteranen des Dschihads gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans rekrutierte, bewarben sich in den 90ern Mitglieder der muslimischen Elite um einen Platz bei al-Qaida. Überwiegend aus dem Mittleren Osten stammend, mobil und gebildet bekamen einige der im Westen studierenden Oberschichtkinder Heimweh. Sie kamen in Deutschland, Spanien oder Großbritannien nicht zurecht und fühlten sich ausgegrenzt. Den ersehnten Zuspruch fanden sie, obwohl meist selbst nicht sonderlich religiös, bei Gleichgesinnten in der Moschee. Sie schlossen Freundschaften, zogen mit anderen zusammen, kapselten sich völlig von der Mehrheitsgesellschaft ab und radikalisierten sich gegenseitig. (more…)

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Was eine Milliarde Muslime wirklich denken (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt, 05.03.2008

Rund sieben Prozent der Muslime weltweit befürworten einer neuen Studie des US-Forschungsinstituts Gallup zufolge die Terroranschläge vom 11. September. Allerdings tun sie das nicht aus religiösen Gründen, sondern aus Furcht vor vermeintlichen US-Plänen zur Beherrschung der islamischen Welt.

Die in der vergangenen Woche angekündigte Studie des amerikanischen Gallup-Institutes “Wer spricht für den Islam? – Was eine Milliarde Muslime wirklich denken” ist voll mit vermeintlich guten Nachrichten. Vorabveröffentlichungen zufolge sei der Islamismus nur der verzweifelte Schrei nach mehr Respekt und Demokratie. Weil die Studie selbst noch nicht vorliegt – sie wird an diesem Samstag in Buchform erscheinen – stürzen sich die Medien auf die Interpretationen der beiden Autoren.

Einer von ihnen, John L. Esposito von der Georgetown University in Washington D.C., steht in den USA unter ernst zu nehmender Kritik. Nicht nur, dass sein Forschungscenter maßgeblich von einem saudischen Prinzen finanziert wird, Esposito wird auch eine persönliche Nähe zu Islamisten unterstellt. (more…)

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Terroropfer dürfen auf iranisches Geld hoffen (Die Welt)

Alexander Ritzmann

Die Welt, 27.02.2008

Die Islamische Republik Iran gilt als einer der Hauptsponsoren des islamistischen Terrorismus. Gerichte in den USA haben den Iran deshalb bereits mehrfach zu Entschädigungszahlungen an Anschlagsopfer oder Hinterbliebene verurteilt. Der Iran hat jedoch stets jede Verantwortung von sich gewiesen und nichts bezahlt.

Nun aber hat ein französisches Gericht Konten der iranischen Zentralbank eingefroren, um daraus Entschädigungen zu bezahlen. Auch in Deutschland leben Opfer des vom Iran geförderten Terrorismus – bisher ebenfalls ohne Entschädigung. Die Ereignisse in Frankreich könnten nun Hoffnung nähren, dass Terror-Opfer doch an iranisches Geld kommen könnten. (more…)

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